Menstruation

Was ist eigentlich die Menstruation?

Unter der Menstruation (auch Periode oder Monatsblutung genannt) versteht man die wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter (Uterus), welche mit der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut verbunden ist. Es ist der Glaube verbreitet, dass diese Blutung regelmäßig auftreten muss oder sollte- ganz im Zeichen: „Mit deinem Körper ist alles in Ordnung!“ Dies stimmt so allerdings nicht, denn viele Frauen haben keinen regelmäßigen Zyklus und das obwohl mit ihrem Körper alles in bester Ordnung ist!

Wie kommt es dazu, dass wir in regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Zyklen bluten?

Um diese Frage verständlich beantworten zu können, möchte ich etwas ausholen und den Zyklus der Frau kurz erläutern:

Der neue Zyklus beginnt immer mit dem ersten Tag der Menstruationsblutung. Innerhalb dieser Tage wird die Schleimhaut abgestoßen, welche im vorherigen Zyklus aufgebaut wurde, um alles wohnhaft für einen neuen Mitbewohner (befruchtete Eizelle) zu machen. Findet keine Einnistung einer befruchteten Eizelle statt, so wird in jedem Zyklus die Schleimhaut abgestoßen und im Folgezyklus erneut alles von vorne für den eventuellen Mitbewohner hergerichtet. Dieses Prozedere erfolgt nun von Zyklus zu Zyklus, bis vielleicht später einmal eine Schwangerschaft eintritt.

Der Zyklus der Frau besteht grundlegend aus zwei Phasen. In der ersten Phase (vom 1. Tag der Menstruation bis zum Eisprung) sind in unserem Körper Östrogene (Hormone) auf Hochtouren damit beschäftigt, die Gebärmutter zu renovieren, sodass sich der neue Mitbewohner wohlfühlt. Vielleicht kennen einige von euch Anzeichen wie: gesteigertes Lustempfinden, empfindliche Brustwarzen, Zunahme des Gebärmutterhalsschleimes (Zervixschleim) mit dem Gefühl „auszulaufen“!? Genau dafür sind die Östrogene verantwortlich. Sie schaffen die besten Bedingungen, damit sich die Spermien wohlfühlen und schnell an ihrem Zielort ankommen können. Zudem sorgen sie dafür, dass das Eibläschen (Follikel) heranreift, bis es springt und es somit zum Eisprung kommt. Manche Frauen spüren ihren Eisprung ganz genau (sog. Mittelschmerz)- andere Frauen wiederum gar nicht. Hat der Eisprung nun stattgefunden, ziehen sich die Östrogene zurück und es kommen ihre Freunde, die Progesterone, ins Spiel. Progesteron (Schwangerschaftshormon) sorgt dafür, dass die Wohnung, welche von den Östrogenen so liebevoll errichtet wurde, richtig gemütlich wird und sich die befruchtete Eizelle einnisten kann. Findet keine Befruchtung und Einnistung statt, so sinkt der Progesteronspiegel wieder ab, was letztlich wieder dazu führt, dass die Menstruationsblutung einsetzt- ein neuer Zyklus beginnt.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Großteil aller Frauen, welche keine chemischen Verhütungsmittel (Pille, Hormonstäbchen, Spirale, Vaginalring etc.) verwenden- also einen „ganz natürlichen Zyklus“ haben- nicht in regelmäßigen Abständen bluten. Und das ist absolut nicht bedenklich oder gar gefährlich. Unsere Hormonkonzentrationen schwanken ständig und so ist es auch normal, dass die Zykluslänge schwankt. Zudem spielen viele Faktoren eine Rolle, z.B. Leistungssport, Mangelernährung, Untergewicht, Übergewicht.

Welche Möglichkeiten gibt es, mit denen ich mich während der Menstruation sicher fühlen kann?

  1. Binden: ob Wegwerfartikel oder Stoffbinden- die Funktion bleibt die Gleiche mit einem bedeutenden Unterschied: Stoffbinden sind hautfreundlich, lassen die Haut atmen, waschbar und deutlich günstiger als Einmalbinden.
  2. Tampons: Wegwerfartikel, welche regelmäßig gewechselt werden müssen und teilweise ein Austrocknen der Scheide verursachen können. Auch diese belasten den Geldbeutel über die Jahre hinweg ordentlich.
  3. Menstruationsschwämmchen: diese gibt es als Wegwerfartikel oder zum Wiederverwenden. V.a. zu empfehlen während eines Schwimmbadbesuches/Sauna/Geschlechtsverkehr.
  4. Menstruationstasse: hier handelt es sich um wiederverwendbare Cups, welche es mittlerweile von verschiedensten Anbietern in unterschiedlichsten Größen, Formen und Farben gibt. Nach jedem Zyklus werden sie einmal ausgekocht und dann trocken und sauber bis zur nächsten Blutung aufbewahrt. Hat man die richtige Größe gefunden, spürt man sie nicht, oft reicht es die Tasse zwei Mal täglich auszuwaschen und neu einzuführen und ist obendrein kostengünstig.

Mein absoluter Favorite ist die Menstruationstasse- an starken Tagen in Kombination mit Stoffbinden. Bei einer Zykluslänge von 5 Tagen (2-3 davon stark) reichen mir eine Menstruationstasse und drei Stoffbinden völlig aus.

Resultat: Nicht nur eine Frage der Ökologie- auch eine Frage des Geldbeutels!